Autobahn Schymkent

Kasachstan: Die Autobahn zwischen Almaty und Nur-Sultan wird von Chinesen und Europäern modernisiert

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) wird sich an der Finanzierung des Ausbaus der Autobahn zwischen Almaty und Nur-Sultan beteiligen. Den Bau selbst wird durch das in China ansässige Unternehmen Xinjiang Construction durchgeführt. Die Modernisierung ist Teil des chinesischen Großprojekts „Neue Seidenstraße“.

Die Autobahn zwischen der Hauptstadt Kasachstans Nur-Sultan (ehemals Astana) und dessen wirtschaftlichen Zentrums Almaty wird von einem chinesischen Unternehmen unter europäischer finanzieller Beteiligung neu hergerichtet. Das entsprechende Abkommen wurde am 19. November unter Beteiligung der EBRD und KazAvtoJol, dem kasachstanischen Autobahnbetreiber, im kasachstanischen Industrie- und Infrastrukturentwicklungsministerium unterschrieben. Demnach werden 34,5 Milliarden Tenge (81 Mio Euro) zur Finanzierung der 67 Kilometer Strecke zwischen den Lokalitäten Kurtý und Qapshaǵaı freigegeben. Wie Ulan Alipov, der Stellvertreter von KazAvtoJol, bekannt gab, werden die Bauarbeiten vom chinesischen Unternehmen Xinjiang Construction durchgeführt.

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Der Großteil der Autobahn zwischen Nur-Sultan im Norden Kasachstans und Almaty im Süden ist bereits betriebsbereit. Bei dem genannten Projekt handelt es sich um ihre Fertigstellung auf einer Teilstrecke im Süden des Landes. Zuvor hatten der kasachstanische Finanzminister Baqýt Sultanov und der Präsident der EBRD Suma Chakrabatiwar bereits am 8. Mai 2018 ein vorbereitendes Abkommen unterschrieben.

Die neuen Seidenstraßen oft ausschlaggebend für Investitionen

Die kasachstanische Regierung hat verkündet, die Erneuerung der Strecke Kurtý-Qapshaǵaı sei Teil des nationalen Entwicklungsplans Nurly-Jol („der beleuchtete Weg“), der 2014 ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, durch Erschließung und Vernetzung von einzelnen Gebieten die regionale Wirtschaft anzuregen. Der Plan vereint Mitteln zur Förderung von Transportwegen und Schulen.

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Das Projekt, das chinesische und europäische Förderung in kasachstanischen Infrastrukturvorhaben vereint, ist Teil der One Belt, One Road-Initiative. Das Megaprojekt sieht Kasachstan als Herz eines „wirtschaftlichen eurasischen Korridors“, eine der drei Hauptachsen der Neuen Seidenstraße. China hat sich vorgenommen die zentralasiatischen Transportwege zu entwickeln. Die Einbindung des Landes in die Landesachse soll dazu beitragen, die Kosten für den Transport nach Europa zu senken. Die bilateralen chinesische Investitionen fließen in ein Bündel von Verkehrsmitteln: Die Neue Seidenstraße besteht aus Schienenwegen, Autobahnen, Land- (Qorǵas) oder Meerhäfen (Aktaý und Baku)

Internationale Projekte werden mehr schlecht als recht ins territoriale Management Kasachstans integriert

Die Investitionen der EBRD in Kasachstan zeugen von der Absicht vieler Länder, ihre diplomatische Beziehungen mit Zentralasien zu erneuern, und eine aktive Rolle im One Belt One Road-Projekt einzunehmen. Seit 2014 finanzierte die EBRD 16 Projekte im Transportsektor Kasachstans. Diese haben größtenteils mit Straßenerneuerung und Partnerschaften zwischen öffentlichem und privatem Sektor in Flughäfen zu tun.

Der kasachstanische Staat nutzt diese europäische und chinesische Investitionen, um dem Bedarf an interregionale Vernetzung nachzukommen. „Die Straße ist Teil des Zentrum-Süden-Korridors, eines zentralen Projekts für unser Land, einer Verbindung zwischen dem Norden und Süden der Republik“, teilte der Industrie- und Infrastrukturminister offiziell mit. Nichtsdestotrotz ergänzen sich rein kasachstanische und Seidenstraßenbedingte Netze kaum, somit bestehen tiefgreifende Disparitäten zwischen den Regionen, die von diesen Investitionen profitieren und denen, die davon fernbleiben.

Arnaud Muller
Redakteur für Novastan auf Französisch

Aus dem Französischen von Arnaud Enderlin

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