Die restaurierte Altstadt von Chiwa

Kasachstan und Usbekistan: Die Konkurrenz um ausländische Investitionen wächst

Seitdem sich Usbekistan immer mehr für ausländische Investor*innen öffnet, sieht Kasachstan seine Führungsposition in Gefahr. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original auf Vlast. Wir übernehmen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

Nachdem Schawkat Mirsijojew in Usbekistan Ende 2016 an die Macht kam, sprachen viele Expert*innen schnell davon, dass das Land bald die wirtschaftliche  Führungsrolle der Region übernehmen werde. Der usbekische Markt bietet großes Investitionspotential. Das Land, mit 33 Millionen Menschen das mit Abstand Bevölkerungsreichste der fünf zentralasiatischen Länder, ist reich an Bodenschätzen. Bei einer Liberalisierung der Wirtschaft würde das Interesse von Investor*innen zunehmen. Fast drei Jahre nach der Machtübernahme Mirsijojews verläuft der Prozess der Liberalisierung in Usbekistans noch schleppend, obwohl sich das Land geöffnet hat und ausländische Akteure sich verstärkt für Usbekistan interessieren. Rustam Burnaschew, Professor an der Deutsch-Kasachischen Universität, antwortet auf die Frage, wie schnell Usbekistan im Kampf um Investitionen ein ernstzunehmender Konkurrent für Kasachstan wird.

Konkurrenz in verschiedenen Sektoren

Usbekistan und Kasachstan konkurrieren zweifellos bereits um ausländische Investitionen. Dennoch stellen sich zwei wichtige weitere Fragen:

Die erste Frage ist die nach den Investitionsfeldern, in denen diese Konkurrenz existiert. Investitionen sind nicht einfach Geld, dass in die Wirtschaft eines Landes fließen. Sie sind eng mit bestimmten wirtschaftlichen Bereichen verbunden. Beispielsweise können Investitionen, die in den Ölsektor eines Landes gehen, auch in einen ähnlichen Sektor fließen.

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Heute ist Usbekistan selbst bereit in Zentralasien zu investieren, da es Segmente gibt, die sich überschneiden. Zu nennen wären hier beispielsweise die Entwicklung von Infrastruktureinrichtungen oder Investitionen in Produktionsanlagen und Landwirtschaft, obwohl hier die Struktur eine andere als in Kasachstan ist. Wettbewerb in diesen Sektoren hat es immer gegeben und wird es immer geben.

Bei näherer Betrachtung der Investitionen im Ölsektor wird jedoch klar, dass Kasachstan und Usbekistan hier keine Konkurrenten sind. Es gibt keinen Wettbewerb, da der Ölsektor in Usbekistan sehr beschränkt ist.

Konkurrenz um das bessere Geschäftsklima

Die zweite Frage ist damit verbunden, wie das Geschäftsklima im jeweiligen Land ist. Wenn sich in Usbekistan investitionsfreundliche Bedingungen entwickeln, wächst die Konkurrenz mit Kasachstan von Jahr zu Jahr. Wie wirkt sich diese Konkurrenz auf Kasachstan aus? Ganz einfach – die Investitionen in bestimmten Sektoren werden sich deutlich verringern.

Eine vertiefte ökonomische Analyse kann die wirtschaftlichen Folgen für beide Länder aufzeigen und insbesondere herausstellen, welche der Wirtschaftssektoren für Kasachstan von Bedeutung sind, und in welchem Ausmaß die externen Einnahmen zurückgehen werden.

Juna Korosteljowa für Vlast

Aus dem Russischen von Robin Roth

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Seitdem sich Usbekistan für ausländische Investitionen geöffnet hat, ist es ein ernstzunehmender Konkurrent für Kasachstan
Dan Lundberg
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