Kurut Bischkek

Kurut – das kirgisische Raffaello

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Zu Ehren der kirgisischen Delikatesse Kurut fand am 17. April das erste überregionale Kurut-Festival an der Manas-Universität in Bischkek statt. Produzenten aus ganz Kirigstan erklären ihre Kreationen und wie die salzige Köstlichkeit vielen hilft.

Klassisches Kurut wird in Form kleiner weißer Kugeln hergestellt. Es besteht aus getrocknetem Quark und Salz. Kurut ist das Lieblingsessen vieler Kirgisen. Sowohl der Erwachsenen als auch der Kinder. Das traditionelle Gericht wird das ganze Jahr über verzehrt und ist in ganz Kirgistan zu bekommen.

Kurut ist eng verbunden mit den nomadischen Wurzeln der Kirgisen. Als Nomaden hatten Kirgisen viele Kühe. Aus deren Milch produzierten sie Quark, um sie haltbar zu machen. Doch wenn es zu heiß war, konnte auch Quark nicht lange aufbewahrt werden. Daher hat man ihn gesalzen und getrocknet. Und so wurde Kurut erfunden. Aufgrund des Salzgehalts kann man Kurut jahrelang lagern. Bisweilen wurde Getreide hinein gemischt, um es nahrhafter zu machen und den Männern auf dem Weg in die Schlacht mitgegeben.

Die Idee, ein Festival zu veranstalten, stammt von Aiza Maraeva. Sie ist Studentin im Fachbereich Gastronomie an der Türkisch-Kirgisischen Manas-Universität und schreibt dieses Jahr ihre Diplomarbeit. Ihr Thema: „Wie kann die Gastronomie in Kirgistan verbessert werden?“.

Auf dem Festival erwarteten den Besucher neben Kurut auch ökologisch hergestellter Honig, kirgisisches Brot, Quark, nationale Getränke sowie Schmuck und Souvenirs aus Filz. Aber die weiße Delikatesse stand im Mittelpunkt.

„Unser Ziel ist es, die Geschichte des Kurut, seine Nützlichkeit und die Produzenten einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen“, sagt Barisch Erdem, Direktor der Hochschule für Tourismus und Gastronomie. „Die Bemühung um die Organisation des Festivals zählt als Diplomarbeit von Aiza Maraeva“, fügt er hinzu.

Kurut in allen Variationen

Zu dem Festival sind Kurut-Hersteller aus sieben Regionen Kirgistans gekommen, um ihre Produkte vorzustellen. Darunter auch Amanova Aiymjan. Sie ist pensionierte Lehrerin und hat acht Kinder. Von klein auf an bereitete Aiymjan für ihre Familie Kurut zu. Auch andere Milchprodukte wie Käse, Sahne und Quark stellt sie her und schickt sie an ihre Kinder.

Kurut Festival Bischkek

„Wir haben viele Kühe und viel Milch. Die Frage, was wir mit der Milch machen, beschäftigte mich immer“, erklärt die 57-jährige. Vor einem Jahr gab es einen Wettbewerb für das beste Kurut. Die Gewinner erhielten eine Förderung, um ihre Arbeit weiter zu entwickeln. Aiymjan bereitete sieben verschiedene Kurut-Sorten vor und gewann.

Seit dem Wettbewerb hat sie weitere hinzugefügt, wie zum Beispiel Variationen mit unterschiedlichem Gemüse, Obst oder Fleisch. Jetzt arbeitet sie gemeinsam mit fünf anderen Frauen.

„Kurut besitzt viele nützliche Funktionen für die Gesundheit“, weiß Aiymjan. Nach diesen teilt sie ihre Produkte in drei Gruppen ein: Kurut mit Dill, Möhren und Sanddorn zur Reinigung des Körpers, Kurut mit Roote Beete und Himbeere für Kinder und geräuchertes Kurut und Kurut mit Fisch für schwangere Frauen.

Ihre neueste Kreation, Kurut mit Radieschen und Frühlingszwiebel, heißt „Frühling“. Sie bereitet außerdem neue Kreationen für die Nomadenspiele vor, die im Herbst stattfinden. Darin treten Mannschaften aus mehreren Ländern Zentralasiens in Disziplinen wie Pferderingkampf und Mannschaftsspielen zu Pferd an. Aiymjan will die Gelegenheit nutzen und die kirgisische Küche einem internationalen Publikum vorstellen.

Kirgisisches Weltkulturerbe

Eine andere Ausstellerin des Festivals ist Kongurbaeva Baktygul, die den vierten Platz in der Kategorie „Bestes Kurut“ erhielt. Auch sie betont die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Kurut: „Es steigert die Immunität, verbessert den Appetit bei den Kindern, beinhaltet Calcium und hilft der Verdauung, wenn man es als Getränk zu sich nimmt“.

Kurut Bischkek Festival

Bäuerinnen wie Aiymjan und Baktygul werden auch von internationalen Organisationen unterstützt, so vom United Nations Development Program (UNDP).

„Wir arbeiten in 14 Dörfern, in denen wir Werkstätte für Kurut geschaffen haben. In jeder Werkstatt arbeiten fünf bis sechs Leute. Wir kaufen ihre Produkte und schaffen so Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung“, erklärt Moldokadyrov Nurbek, Spezialist beim UNDP. „Wir möchten, dass Kurut in Zukunft von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe Kirgistans eingetragen wird.“

Nuriipa Abdumalik Kyzy
Redaktion: Luisa Podsadny

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