Attacke IS Tadschikistan Ischkobod Grenze

Der „Islamische Staat“ bekennt sich zum Angriff auf tadschikischen Grenzposten

Der sogenannte „Islamische Staat“ hat sich offiziell zum Angriff auf den tadschikischen Grenzposten nahe Usbekistan bekannt. Dieses Bekenntnis bestätigt die vorangehenden Vermutungen der tadschikischen Behörden. Es handelt sich um den vierten Angriff des IS auf tadschikischem Boden seit 2018.

Die Organisation Islamischer Staat (IS) bekannte sich am 8. November zum zwei Tage zuvor verübten Angriff auf den Grenzposten Ischkobod an der Grenze zwischen Tadschikistan und Usbekistan. Das Bekenntnis kam von Seiten der offiziellen Presseagentur des IS, Amaq. Dies bestätigte das auf Nachrichtendienste spezialisierte Portal SITE.

In seiner Mitteilung reklamiert der IS den Mord an zehn Mitgliedern der tadschikischen Grenztruppen für sich. Die tadschikischen Behörden hatten lediglich den Tod zweier Grenzsoldaten sowie eines Mitarbeiters des Innenministeriums, Bahrom Kosimsoda, gemeldet. Von dem russischen Medium Fergana News waren vier weitere Opfer erwähnt worden. Dabei soll es sich um den stellvertretenden Leiter des Grenzposten Ischkobod, Dilowar Tolibow, sowie die Grenzsoldaten Naimjon Saidolimow, Hofis Hasanow und Ganikon Dawlat handeln. Demnach würde sich die offizielle Zahl der Opfer auf sechs belaufen.

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Der Angriff auf den 60 Kilometer von Duschanbe entfernten Grenzposten Ischkobod erfolgte in der Nacht vom 5. zum 6. November. Laut ofiziellen Angaben des tadschikischen Innenministeriums attackierte eine Gruppe von 20 vermummten Personen die Grenzsoldaten. Dabei wurden zunächst fünf Kalaschnikows entwendet. Jedoch waren die tadschikischen Sicherheitskräfte in der Lage, die Angreifer zu überwältigen: 15 wurden getötet, während fünf weitere verhaftet werden konnten. Unter den Angreifern befanden sich mehrere Frauen, von denen zwei getötet wurden.

Angreifer waren jung und stammten aus der tadschikischen Region Sughd

Noch am selben Tag teilten die tadschikischen Behörden mit, die mutmaßlichen Anhänger des Islamischen Staats stammten aus Afghanistan. Afghanische Sicherheitskräfte bestritten jedoch, dass Kämpfer von ihrem Territorium aus die Grenze zum benachbarten Tadschikistan überschreiten könnten. Später erklärte das tadschikische Innenministeriumgegenüber Asia-Plus, dass die Mehrheit der Angreifer auf den Grenzposten Ischkobod aus der Provinz Sughd im Norden Tadschikistans stammen würden.

Die Identität der fünf verhafteten Angreifer konnte geklärt werden. Einer von ihnen ist inzwischen verstorben, vier weitere, davon drei Frauen, sind in Untersuchungshaft. Sie sind zwischen 20 und 25 Jahre alt. Über die weiteren 14 getöteten Terroristen gibt es zur Zeit keine Informationen.

Der Islamische Staat hatte sich in Tadschikistan bereits zur Attacke auf ausländische Rad-Touristen am 29. Juli 2018 sowie zu den Gefängnisauftsänden in Khodjent in der Nacht vom 8. November 2018 und in Vahdat am vergangenen 19. Mai bekannt. Es handelt sich also um den vierten Angriff des IS in Tadschikistan und in Zentralasien innerhalb eines Jahres.

Die Redaktion
Aus dem Französischen von Arnaud Enderlin

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Der IS hat sich zum Angriff auf den Grenzposten Ischkobod zwischen Tadschikistan und Usbekistan bekannt.
Tadschikisches Innenmisterium über Asia-Plus
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