Wegen Tourismus: Die BewohnerInnen der historischen Altstadt von Chiwa werden umgesiedelt

Der usbekische Präsident Schawkat Mirsijojew hat angekündigt, dass die BewohnerInnen der historischen Altstadt von Chiwa umgesiedelt werden um dem Tourismus mehr Platz einzuräumen. Die Entscheidung zeugt davon, dass das historische Erbe allein dafür als gut befunden wird, in Freizeitparks verwandelt zu werden, welche Geld in die Staatskasse spülen. Der folgende Artikel erschien im russischsprachigen Original auf Fergananews.

Die BewohnerInnen der historischen Altstadt von Chiwa werden gezwungen in neugebaute Siedlungen am Stadtrand umzuziehen. Dies besagt eine Direktive des usbekischen Präsidenten Schawkat Mirsijojew, die er laut einer Pressemitteilung während eines Besuchs in der Provinz Choresm erließ.

Das reiche Erbe von Choresm aufwerten

Des Weiteren beschloss der Präsident alle Häuser innerhalb der historischen Stadtmauer in touristische Infrastruktur zu verwandelt. Laut Mirsijojew ist der Reichtum an historischen Orten in der Provinz Choresm und in der Stadt Chiwa geeignet ausländische TouristInnen anzuziehen, aber die Vergangenheit der Region ist noch zu unbekannt.

Der Präsident schlug vor, fundierte Studien zu diesem Thema durchzuführen und die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Wir müssen eine Ausstellung organisieren, die die historischen Etappen und die wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der Region, das Leben eines jeden Chans, schildert. Sie muss die Touristen derart interessieren, dass jeder, der Chiwa besucht, seinen Aufenthalt verlängern möchte und mit mehr Wissen und einem Funkeln in den Augen zurückkehrt.“, erklärte Mirsijojew. Die Verantwortung für das Projekt übertrug er der Akademie der Wissenschaften Usbekistans, der Mamun-Akademie von Choresm und dem Tourismusministerium.

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Während seines Besuchs besichtigte der usbekische Präsident die Allee, die den neuen Bahnhof von Chiwa mit dem historischen Stadtkern Itchin Kala verbindet. Zum Programm gehörte die Einweihung der zweigeschossigen Häuser, die die Allee säumen und für touristische Zwecke erbaut wurden. Die Erdgeschosse beinhalten Künstler-Ateliers und Geschäfte, während die Obergeschosse als Hotels und Restaurants dienen.

Das Ziel: Gewinn machen

Während des Besuchs begutachtete der Präsident noch weitere Projekte zur Entwicklung des Tourismus und traf sich mit ausländischen Investoren. „Wer Geschäfte macht, tut das, um Gewinn zu machen. Der Tourismus hat in Usbekistan enormes Potenzial. Es ist also notwendig, mehr Unternehmen und Investoren anzuziehen und sie machen zu lassen“, unterstrich Mirsijojew.

In der Provinzhauptstadt Urgentsch forderte Mirsijojew einen Park zu Ehren des letzten Choresm-Schahs Dschalal al-Din Mankobirti (13. Jahrhundert) zu errichten. Der Präsident wünscht, dass der Park zu einer Visitenkarte der Region und ein Spiegel der Geschichte des Landes werde.

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Die Entwicklung des Tourismussektors gewinnt in letzter Zeit in Usbekistan an Bedeutung. So wurde die Visapflicht für Staatsangehörige von zehn Ländern abgeschafft (ab 1. Februar gilt dies auch für 45 weitere Länder, Anm. d. Red.). Des Weiteren können Transitreisende sich bis zu fünf Tage ohne Visum in Usbekistan aufhalten und auch die Registrierungsbestimmungen für ausländische Staatsangehörige wurden gelockert. Bis 2025 möchte das Land seine Einnahmen aus dem Tourismus auf 5 Prozent des BIP erhöhen (gegenüber 2,3 Prozent im Jahr 2017).

Fergananews

Aus dem Französischen von Robin Roth

 

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